Past MOTD

4. Oktober 2016:

„Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“ (Karl Popper)

5. Oktober 2016:

„Was wissen wir von den Menschen, die um uns sind, die wir heimlich beneiden, bespötteln, verachten, lieben und hassen? Wie mancher geht seinen Weg stolzen Hauptes und sicheren Blicks, – und die ihn umjubeln oder bekämpfen, ahnen nichts von seinen wachen Nächten voller Leid und Ungewissheit, voll banger Zweifel und jagender Angst …“ (Maria Regina Jünemann, Nachwort aus Die Anarchistin, Leipzig 1924)

6. Oktober 2016:

„Wer das Verhalten vieler Leute zu kontrollieren sucht, wirkt auf die Erfahrungen dieser Leute ein. Wenn Leute erst einmal dazu gebracht werden können, eine Situation ähnlich zu erfahren, kann man erwarten, daß sie sich auch ähnlich verhalten werden. Bring Leute dazu, dasselbe zu wollen, dasselbe zu hassen, dieselbe Bedrohung zu fühlen – dann ist ihr Verhalten bereits festgelegt, und du hast deine Konsumenten oder dein Kanonenfutter.“ (Ronald D. Laing, Phänomenologie der Erfahrung, Seite 86, 1969, edition suhrkamp)

7. Oktober 2016:

„Man kann sagen, dass der Faschismus der alten Kunst zu lügen gewissermaßen eine neue Variante hinzugefügt hat – die teuflischste Variante, die man sich denken kann – nämlich: das Wahrlügen.“ (Hannah Arendt)

8. Oktober 2016:

„Die Frage ist: Wie kann ein isolierter Gefangener den Justizbehörden zu erkennen geben, angenommen, dass er es wollte, dass er sein Verhalten geändert hat? Wie? Wie kann er das in einer Situation, in der bereits jede, absolut jede Lebensäußerung unterbunden ist? Ihm bleibt, das heißt, dem Gefangenen in der Isolation bleibt, um zu signalisieren, dass sich sein Verhalten geändert hat, überhaupt nur eine Möglichkeit, und das ist der Verrat. Eine andere Möglichkeit, sein Verhalten zu ändern, hat der isolierte Gefangene nicht. Das heißt, es gibt in der Isolation exakt zwei Möglichkeiten: Entweder Sie bringen einen Gefangenen zum Schweigen, das heißt, man stirbt daran, oder Sie bringen einen zum Reden. Und das ist das Geständnis und der Verrat. Das ist Folter, exakt Folter.“ (Ulrike Meinhof, 28.10.1975, 41. Verhandlungstag)

23. November 2016:

„None can love freedom heartily, but good men; the rest love not freedom, but licence.“

„Nur gute Menschen können die Freiheit wahrhaft lieben; die anderen lieben nicht die Freiheit, sondern die amtliche Genehmigung.“ (John Milton)

8. Dezember 2016:

The First Amendment gave us freedom of speech
So what you sayin‘? It didn’t include me?
I like to party and have a good time
There’s nothin‘ but pleasure written in our rhyme
I know you don’t think we’ll ever quit
We’ve got some people on our side who won’t take your lip
We’re gonna do all the things we wanna do
You can’t stand to see a brother get as rich as you
This is the 90s and we’re conin‘ on strong
Sayin‘ things and doin‘ things that you’re sayin’s wrong
Wisen up, ‚cause on Election Day,
We’ll see who’s banned in the U.S.A.!
(2 Live Crew – Banned in the U.S.A.; Studio album released July 1990)

11. December 2016:

„Politische Freiheit für jeden Menschen ist jene geistige Beruhigung, die aus der Überzeugung hervorgeht, die jedermann von seiner Sicherheit hat. Damit man diese Freiheit genieße, muss die Regierung so beschaffen sein, dass kein Mensch einen andern zu fürchten braucht.“
(Montesquieu – Schriftsteller, Philosoph und Staatstheoretiker 1689-1755)

9. Februar 2017:

„Wenn in diesem Land jemals ein Tyrann an die Macht käme, dann könnten die technologischen Möglichkeiten, die die Geheimdienste der Regierung bieten, ihr zugleich ermöglichen, uns eine totale Diktatur aufzuzwingen, und es gäbe dann keine Möglichkeit mehr dagegen zu kämpfen. Denn jedes noch so umsichtige Bemühen, sich im Widerstand zusammenzuschließen, egal wie konspirativ man dabei vorginge, könnte von der Regierung in Erfahrung gebracht werden. Das ist ein Abgrund, aus dem es kein Entrinnen gibt.“

(Frank Forrester Church, ehemals US-Senator, 1975)

16. April 2017

„Die Unterdrückungstendenz gegen Sichtweisen und Gedanken anderer eint Neu-Rechte, manche Linke und die bildungsarme Mitte. Das Schmiermittel derer ist der Antisemitismus. Und wo sie zusammen stehen, nennen wir sie Querfront. Wenn man die Formel verkürzt heißt das: Sie sind geeint im Judenhass.“

(U. Eberhardt, geboren in Worms/Rhein am Todestag von Fritz Bauer.)

27. April 2017

„Gehe nicht hinter mir, vielleicht führe ich nicht. Geh nicht vor mir, vielleicht folge ich nicht. Geh einfach neben mir und sei mein Freund.“

(Albert Camus; * 7. November 1913, Algerien; † 4. Januar 1960 Frankreich)

7. Mai 2017

„Wenn der Hass feige wird, geht er maskiert in Gesellschaft und nennt sich Gerechtigkeit.“

(Arthur Schnitzler; 15. Mai 1862, † 21. Oktober 1931)

17. July 2017:

„Freiheit und Demokratie sind keine Sache, die man besitzt oder die sich als eine Gesellschaftsform einstellt und dann einfach so ohne Mühe bleibt. Freiheit und Demokratie müssen täglich verteidigt, mit Geduld den sozialen und wirtschaftlichen Bedürfnissen entsprechend veredelt und stetig dem modernen, vernunftbegabten Menschen angepasst werden, um ihm, dem Individuum an sich, ein sicheres Gefühl zu geben.“

(Ulrich Eberhardt; 17. July 2017; Göttingen; für nichtmeinminister.de

25. July 2017:

„Wenn ich mir keine Ölfarbe mehr leisten kann, kaufe ich Wasserfarben. Wenn für Wasserfarben kein Geld mehr bleibt, bitte ich um Bleistifte. Wenn die Bleistifte ausgehen, man mich ins Gefängnis wirft, spuck ich mir auf den Finger, bemale die Wand.“

(Pablo Picasso *25. Oktober 1881 in Spanien; † 8. April 1973 in Frankreich)

4. August 2017

„Repression ist, Strafe ohne Gesetz, Strafe ohne Urteil. Sie ist Willkür der Staatsgewalt, um die eigene Fehlleistung zu kaschieren.“

(Heyoka aka Ulrich Eberhardt, Göttingen)

27. Oktober 2017

„Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand.“

(Max Frisch; * 15. Mai 1911; † 4. April 1991)

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