Haus uff Rising Sun (2016)

Es schteht a Haus in Pedderschem,
do wissense all, in dem is Umus drin.
Es war de Unnergang fa viele liebe Leit,
Gott wes, isch bin aner von dene.

Moi Mudder war a Schneidrin,
sie nähte uns unser Koschtüm.
Mein Vadder war ann Arschloch-Mann,
unne in Pedderschem.

Alles, was a Arschloch brauch,
is en klene Koffer.
Unn er is nur zufriede,
wenn er sich weggeballert hot.

Es schteht a Haus in Pedderschem,
do wissense all, in dem is Umus drin.
Es war de Unnergang fa viele liebe Leit,
Gott wes, isch bin aner von dene.

ohh Mütter, saat eire Kinner,
dass se net due solln, was ich gedo hab.
Ihr Leben net gelangweilt vorm Rechner zu verbringe,
im Haus wo is Umus drin.

Mit em Bäh auf de Trass,
un mitm anere aufm Zuch.
So geh ich zerück nach Pedderschem,
ums Büßerhemd ze trah.

Es schteht a Haus in Pedderschem,
do wissense all, in dem is Umus drin.
Es war de Unnergang fa viele liebe Leit,
Gott wes, isch bin aner von dene.
(Sara*)

Nun kann man sich natürlich hinsichtlich einer Kindheit, die man in Teilen mit älteren Geschwistern und zuletzt vier Jahre allein mit der Mutter – wie sie, also die Geschwister und Mutter psychischen und physischem männlichem Gewaltmonopol ausgesetzt – ein Leben lang in Selbstmitleid äußern, man kann schnauben, man kann toben und man kann hassen und diesen Hass immer wieder neu aufflammen lassen. Gegen andere. Und gegen sich selbst. Man kann unterdrücken. Das funktioniert bestimmt Super bei vielen, wenn sie genug beschäftigt sind und wenn ich mir die Gesellschaft betrachte, wohl bei den Meisten. Sie hat das Kind in sich vergessen.

Der andere Weg ist, sich diese Baustelle, dieses aufgerissene und immer wieder mit Schutzmaßnahmen überasphaltierte Loch genau zu betrachten, es zu reflektieren, sich dazu Fragen zu stellen, es mit realen, langjährigen FreundInnen – wenn sie es hören mögen und mit Profis zu besprechen, mit sich hart ins Gericht gehen, was an dieser Gewalt, dieser Wut, diesem Untergang wohnt in mir und wo übertrage ich diese Prägung die das Kind erfuhr, auf andere Menschen und gebe ihnen das Gefühl ein Arschloch zu sein – Menschen die einem mögen. Denn die sind es wert. Und die kann man sich, anders als es bei Familienmitgliedern der Fall ist, aussuchen. Und man sollte sich auch selbst diese Wertschätzung, dieses Mögen entgegen bringen, den ersten Schritt hin zu sich selbst zu tun.

Hier war es kein Schritt –
ein sehr lieber, geduldiger und professioneller Mensch, der sich die Zeit nahm mir in vier Sitzungen je eine Stunde zu zu hören, sich zu notieren, Rückfragen zu stellen, was man in Fachsprache als (psych.) Anamnese bezeichnet und ein weiterer Mensch der dann keine 5 Minuten gebraucht hat mir den Boden unter den Füßen wegzuziehen und das einzig und allein durch Fragestellungen
– sondern die Entscheidung in ein Boot zu steigen. Meine Entscheidung. Nun warte ich darauf das dieses Boot schon bald angeschuppst wird.

Denn eines ist gewiss – will man sich mit klarem Verstand und starkem Willen, humanistisch, solidarisch, antifaschistisch und mit herrschaftslosem Anspruch bemühen und davon braucht es nach 1945, also nach mehr als 70 Jahren im digitalen Zeitalter angekommen mehr denn je – sollte man sich schon über die eigenen Beweggründe und Baustellen im Klaren sein.

Danke an das Institut, dass ich hier nicht näher nenne (denn als Blogger sollte man es trolligen Stalkern nicht zu leicht machen), die mir versichert haben das alles was im Raum gesagt und getan wurde in diesem Raum bleibt. Danke meinen FreundInnen und an meinen Lütten –
aber auch Danke an jene – insbesondere an die Göttinger linken AntisemitInnen, PutinversteherInnen, QuerfrontlerInnen und VerschwörungstheoretikerInnen, die mich mit vertrauensbildenden Maßnahmen täuschten, mich tief greifend seelisch verletzen konnten und den Ausschlag dafür gaben mich mal um mich zu kümmern. Ihr habt mich echt weiter gebracht, meinen IQ übrigens auch. Danke!

* Für obigen Text, der nach meinem Pfedderschmer Platt geschrieben steht, verwende ich das Pseudonym ‚Sara‘. Man darf ihn singen, ich tat es gerade.

Down in New Orleans!
Uli

Kleinen Linktipp abschließend: Hier geht es zum Blog meiner Schwester Carmen und meines Schwager Bernd. Die Beiträge dort gehen um Dachgarten, Kunst und auch Politisches. Falls ihr auf die Linkseite stoßt, dort sind momentan auch die Nachdenkseiten verlinkt, seht es ihnen nach, ich tue es auch, sie suchen noch, ich hoffe sie finden – obgleich ich sehr genau weiß, das es explizit dort, also bei den Nachdenkseiten, besonders schmerzhaft spürbar nach dem Weggang vom Gründer Wolfgang Lieb, noch generell „Die Wahrheit“ zu finden gibt.

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