ARD: Willkommen in der Diktatur! Top-Five Songvorschläge für Xavier Naidoo zum ESC

Eine Polemik für den ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber und den Amadeu-Antonio-Stiftung-Abmahner, selbsternannten Nicht-Antisemit und Nicht-Homophoben Xaiver Naidoo inkl. eines umfangreichen Kommentars und einer Top-Five an Songvorschlägen zum Eurovision Song Contest (ESC) von Heyoka*

escAnders als in all den Jahren davor, hat die ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland) den Vertreter für die Bundesrepublik Deutschland für die Teilnahme am Eurovision Song Contest ESC nicht durch ZuschauerInnen-Voting wählen lassen, sondern den Vertreter bestimmt. Essenz der ARD Unterhaltungskoordinations  Entscheidung:

Willkommen in der Diktatur!

Die Entscheidung (Neusprech von Thomas Schreiber „direkte Nominierung“) der ARD lautet: Xavier Naidoo macht’s für D beim ESC, er, der Sohn der Quadratestadt Mannheim will nach eigenem Bekunden „das Ding nach Hause zu holen“. Die Entscheidung des ARD, deren Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber trotz gut begründeter Kritik die undemokratische Bestimmung von Xavier Naidoo über 83 Millionen Köpfe hinweg für Naidoo verteidigt, der nun mal auch Redner bei einer Reichsbürger- und Neonaziversammlung in Berlin war und seine verschwörungstheoretische Sicht auf die Bundesrepublik Deutschland auch schon lange davor rausquatschte, macht deutlich wie es um den Kartoffelacker des Ersten Deutschen Fernsehens bestellt ist.

 

Heyoka:

Kurzer Aufriss über die Vorentscheide bei den vergangenen ESC

Man stelle sich mal vor, da war es beim namentlich bis 2001 noch als Grand Prix Eurovision de la Chanson bezeichneten europäischen Gesangswettbewerb der Europäischen Rundfunk Union mit der Beteiligung der ZuschauerInnen gut bestellt, zumindest war es möglich bei den Leuten vor der Flimmerkiste, alternativ bei RadiohöhrerInnen den Eindruck zu erwecken sie hätten was zu melden, nämlich wer die – aus Sicht des Sohn Mannheims – ohne Friedensvertrag – bestehende Bundesrepublik Deutschland singend international vertritt.
Mit der Gruppe Dschingis Khan mit dem gleich lautenden Gassenschlager „Dschingis Khan“ (Vorentscheidung München 1979, Entscheidung in Jerusalem – 4. Platz, 86 Punkte) und nach Nicole, mit ihrem der Sehnsucht aller Menschen nach Wärme, Liebe, Menschlichkeit und innerem Frieden erfüllenden Titel „Ein bisschen Frieden“ (Vorentscheidung in München 1982, Entscheidung in Harrogate 1. Platz, 161 Punkte) und selbst im 21. Jahrhundert, als zum Beispiel Stefan Raab mit seinem Song „Wadde hadde dudde da?“ antrat und in Stockholm im Jahr 2000 den 5. Platz belegte, gab es Vorentscheide. Die Wir-sind-das-Volk konnten mitwirken, konnten mitentscheiden, wer ihren Sauerkraut mit Kartoffelsalat und Würstchen-Staat vertritt.

Die undemokratische Entscheidung der ARD und welchen Kakao sie dabei trinken

Diesmal nicht, der Art Mitwirkung ist beim ARD unerwünscht, der Vorentscheid über das Wer Deutschland vertritt ist abgeschafft, die ARD-Diktatur sagt wo es lang geht und deren Protegé ist nun mal Xaiver Naidoo. Das muss man sich mal rein ziehen, da rennt ein fundamentaler Christ durchs Land, der in seinen Textpassage einen Heterosexismus predigt, einer der bei Reichsbürgerveranstaltungen spricht, einer der den 2+4 Vertrag nicht als Friedensvertrag anerkennt und der soll dann Wir-Sind-Deutschland in der Hauptstadt Schwedens vertreten, obwohl er mit Leuten zu tun hat, die nicht nur die ARD als Lügenpresse bezeichnen. Im Sinne Erich Kästners bedeutet das, die ARD, in der Sache durch Thomas Schreiber vertreten, will den Kakao trinken, durch den sie Linksreaktionäre und Rechtsradikale Querfront-Apologeten täglich ziehen.

Worüber die ARD entscheiden lässt und wer den Song für Naidoo texten könnte

Einzig und das hat man dem Volk überlassen, sie dürfen über das Lied entscheiden, was noch gar nicht geschrieben ist. Ob das Liedgut der Deutschen dann Ralph Siegel schreibt, der sehr häufig Titel für den ESC seit Jahrzehnten hervorbringt, ist unwahrscheinlich. Aber man kann ja mal bei Diether Dehm anfragen, nicht das der in Vergessenheit gerät und eh man sich versieht, wie andere Schlagerfutzis vor ihm, nur noch Gigs bei Baumärkten hat. Vielleicht mag der ja dem Naidoo einen Song schreiben, auf Linie ist er ja mit Naidoo schon seit geraumer Zeit – schließlich gilt bei de(h)m die Regel, der Feind meines Feindes ist mein Freund und so las sich das bei dem MdB Dehm auch auf Facebook vor über einem Jahr. Dehm-Zitat vom 20. August 2014: „Nachdem die antideutsche Shitstorm-SA jetzt so über Xavier Naidoo herfällt, ertappe ich mich dabei, dass mir Lieder von ihm zu gefallen beginnen.

Die Top-Five der Songvorschläge für Xaiver Naidoo

In diesem Sinne, Heyokas verschwörungstheoretische Top-Five für das Lied der Deutschen in Schweden und wenn es Diether Dehm schreibt, sei es leicht gemacht, mehr als abschreiben hat der eh nicht drauf:

Platz 5:

Titel: Ein feste Burg ist unser Gott, ursprünglich geschrieben von Martin Luther, einer der frühen glühenden Vertreter des Antisemitismus, was schon im Code der ersten Lied-Zeilen deutlich wird: „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Der Herr Luther meint da die Jüdinnen und Juden, die der nicht von dieser Erde kommend ansieht, Reptiloiden sozusagen, denn jenseits Luthers Song-Dichterei schrieb er noch deutlicher seinen glühenden Antisemitismus aus:
Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen…; Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken, … unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien (…) ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören.“ (Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, S. 88ff)

Regieanweisung: Von einer Base-Cap ist beim Auftritt abzusehen, aber ein lustiges Mützchen wie Luther sollte Naidoo beim Singen schon tragen, nur so ist die Authentizität gewährt. Noch echter wirkt es wenn er dabei eine Büßer-Ketter ums Bein legt und sich selbst die Fünf-Schwänzige-Katze für unkeusche Gedanken über den Rücken zieht. Blut muss fließen.

 

Platz 4:

Titel: Selbst gemacht, ursprünglich verfasst von der „Hip-Hop Band“ Die Bandbreite. Dehm kennt die, somit dürfte eine Zusammenarbeit und das Umschreiben auf die gegeben Anlässe in Paris, oder was uns bis zum Vorentscheid über den Titel noch alles um die Ohren fliegt, nicht schwer fallen. Dehm und Bandbreite sind ganz auf Linie was glühende Verschwörungsmythen betrifft, sie stellen die Anschläge in Amerika vom 11. September 2001 in Frage und stellen in Aussicht, diese Anschläge seien nicht durch islamistische Attentäter begangen worden, sondern selbst gemacht.

Regieanweisung: Und wenn der Song Naidos Lippen verlässt, können die Bandbreite, himself Torben Eckhoff (DJ Torben) und Marcel Wojnarowicz (Wojna), die auch schon bei PEGADA mehrere Gigs hatten, mit kleinen Uzi-Attrappen im Hintergrund um sich feuern, während ihr Gesicht von einem schlecht angeklebten Bart geschmückt wird. Dehm mit einem brandstiftendem Cameo-Auftritt natürlich dabei, der mal die amerikanische und israelische Nationalflagge anzündet, aber auch mal die russische und mal die Reichsdeppenflagge schwengt, unterstützt von einer Windmaschine, die laufend die Richtung wechselt, so wie er es kann, dass Fähnchen im Wind. Allesamt so im Sinne von Backround-Hüpfdolls, nur schwul sollte es nicht wirken. Das hassen die.

Platz 3:

Herz aus Stahl, ursprünglich stammt der Rhythmus und Text von der US-amerikanischen Band Manowar. Begründer des True Metal, dessen „Texte oft Themen wie Kampf, Mannbarkeit, Krieg und Ehre“(Wikipedia) transportieren.
Also nix mit Schnurrbart küsst Schnurrbart, nix mit Prostatastimulation. Kein Rosa-Plüsch. Also genau die Sachen die der Naidoo als fundamental christlicher Hetro mag und so wie er es in seinem Text „Wo sind“ sang: „Ich schneid euch jetzt mal die Arme und die Beine ab, und dann fick ich euch in den Arsch, so wie ihr es mit den Kleinen macht. Ich bin nur traurig und nicht wütend. Trotzdem würde ich euch töten. Ihr tötet Kinder und Föten und ich zerquetsch euch die Klöten. Ihr habt einfach keine Größe und eure kleinen Schwänze nicht im Griff. Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist? Wo sind unsere Helfer, unsere starken Männer, wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?“
Das würde zum Rhythmus von Manowar ganz gut passen, so richtig cool, kalt wie Kruppstahl, nur etwas schneller im Tempo. Flink wie ein Wiesel.

Regieanweisung: Entfällt

Platz 2:

Titel: Ein Heller und ein Batzen, ursprünglich getextet von Albrecht Graf von Schlippenbach, ein Gelehrter der Rechtswissenschaften an der Georgia Augusta Göttingen, wo er Mitglied der Studentenverbindung Corps Curonia war. Der überwiegend bei Soldaten der Wehrmacht bekannt gewordene Text, ist selbst für damalige Verhältnisse vorausschauend Euro-kritisch, schließlich handelt es sich beim Heller und Batzen um Münzwährungen damaliger Zeit. Und dahin will man ja wieder, weg vom Euro, hin zu alten Werten, christlicher Zucht und Ordnung, weg von Wucher, Zins und Zinseszins, langen Nasen und großen Füßen – hin zu stolz ein Deutscher zu sein. Ein Reichsdeutscher versteht sich. Ob Dehm hier überhaupt inhaltlich was ändern müsste sei mal dahin gestellt. Es passt auch so.


Regieanweisung: Uniform ist ein Muss, ohne geht gar nicht. Die Bundeswehr hilft da unter Umständen aus die Klamotten zu stellen, die PR-Abteilung von denen sind ja richtig scharf drauf gerade junge Menschen anzusprechen. Werben fürs Sterben, dass machen sie in Schulen, an er Uni und im Jobcenter, weil Frischfleisch ist Mangelware beim Bund und gerade jetzt wo es ernst wird, der Bündnisfall im europäischen Raum steht und nun mal über 36,4 Millionen der deutschen Bevölkerung laut CIA-Factbook rekrutierbar sind.

Ob dann allerdings nach einer Überprüfung durch das Amt für den Militärischen Abschirmdienst (MAD) Xaiver Naidoo mit seinen Weltanschauungen die Bundeswehr öffentlich vertreten darf ist unwahrscheinlich, ebenso unwahrscheinlich ist es für Diether Dehm, mit seiner Stasi-Vergangenheit einer Überprüfung durch das MAD stand zu halten. Aber es sähe witzig aus, Naidoo in BW-Kluft, verrückt (MAD) genug sind sie ja bei der BW, schließen mit Knüften von Heckler und Koch fast um die Ecke und fliegen Jets, die eigentlich gar nicht zum Fliegen produziert wurden. Falls das was mit den Bundeswehr-Klamotten werden sollte, dann muss Jürgen Elsässer da auch irgendwie seinen Platz bekommen, der hat es mit der Bundeswehr und wollte dort ja schon mal putschen, vielleicht kann man ihn zum anmoderieren nehmen, labern kann er ja: Seine Zielgruppe ist das Volk. Im Zweifelsfall kann der ja auch mit Dehm russische Soldatenkluft besorgen, Verbindungen hat man ja zum Kreml und wenn die Verbindungen äußerstenfalls finanzieller und nachrichtendienstlicher Natur sind und bestenfalls über den Staatssender RT-Teutsch gepflegt werden.

Platz 1:

Irgendwas mit Horst. Das an dieser Stelle ursprünglich vorgeschlagene Lied entfällt. Es ist laut Gesetz Nr. 8 des Alliierten Kontrollrats seit 1945 verboten und auch nach Aufhebung dieses Gesetzes 1949 blieb das Lied den Kartoffeln verboten öffentlich zu abzuspielen. Und das ist gut so. Aber wer weiß, in Schweden, gelten andere Gesetze, so ist dort das Tragen und öffentliche Zeigen, von Symbolen des Nationalsozialismus erlaubt. Also Reichsdeppen und andere Nationalstolze willkommen. Leider.

Regieanweisung: Keine.

Heyoka.

Und noch während diese Zeilen entstanden sind, überschlagen sich die Ereignisse, es bläst ein feucht-warmer Wind gegen den ARD-Unterhaltungskoordinator. Die Ruhrbarone gaben bekannt das nun eine andere Band Veto für die Entscheidung angemeldet haben, auch eine Petition gibt es dazu, statt Naidoo wollen Wolfgang Wendland und die Kassiererinnen nach Stockholm, sie haben schon fast 17.000 Unterschriften in kurzer Zeit gesammelt. Und Thomas Schreiber opfert in verschieden Interviews mit Unterhaltungswert rum. U.A. beim Deutschlandradio-Kultur, die ganze Arbeit bei ihrer Recherche und sachlicher Konfrontation geleistet Haben. Chapeau!

Und die erste Richtigstellung zu dem Naidoo-Geopfere musste Thomas Schreiber schon veröffentlichen lassen, so heißt es auf Eurovision.de:

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Xavier Naidoo selbst sei nur durch die Hilfe eines jüdischen Onkels überhaupt nach Deutschland gekommen. Dies ist falsch. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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