No Querfront @ G-Town, der nukleare Friedenswinter und jede Menge Wahnmachen

Keine Analyse. Reine Notwehr. Eine Kaltschrift aus der Feder eines Heyoka [1].

Atom_ChillenMensch stelle sich vor, man(n) geht auf ne Anti-Atom-Mahnwache – die seit dem GAU in Fukushima seit Mitte März 2011 jeden Montag stattfand (da mit über 100 Teilnehmer*innen), später dann jeden ersten Montag im Monat stattfand (mit durchweg etwa 50 Teilnehmer*innen) und seit über drei Jahren immer wieder allen Versuchungen widersteht sich von sonst wem (u.A. Parteien, K-Gruppen, Reichsdeppen, Radfahrern und Agent-Provokateuren) Vereinnahmen oder spalten zu lassen – und da tanzen dann direkt bei der Veranstaltung der Anti-Atom-Initiative Göttingen Friedenswichtel – fast schon neugeborene Kriegsgegner*innen und doch alt eingesessene Göttinger*innen (die in ihrer Jugend schon mal bei der NPD rumwichtelten), – mit bunten Schildern (schwarz-rot-gold und schwarz-weiß-grün) bestückt und eine Zeitschrift verteilend die den Friedenswinter ankündigt. Da wird einem kalt, bitterkalt.

Richtig der Kälteschock trifft dich dann aber wenn du vor einen Stand stehst, der noch länger als die Anti-Atom-Initiative (jetzt noch 20 Teilnehmer*innen) dort jeden Montag Unterschriften für einen Mindestlohn und gegen Hartz4 sammelt und man dort für die Unterstützung des Friedenswinters 2014/15 wirbt:

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Wirbt für Friedenswinter: Aktivist Edgar (AKL) am Hartz4 Infostand

 

Da wird man dann auch mal von Einem hinter dem Infostand stehenden Aktivist – Definition ala Ken Jebsen: „Aktivist ist wer aktiv ist“ – angeranzt. Ein Aktivist der schon im Sommer dadurch brillierte[2] (Pressemeldung gefunden auf Facebook bei „Aktion ger(ä)echter Frieden in Nahost“), dass er superfriedliche GAZA-Friedensdemonstrationen [3] mit angezettelt hat – und das hört sich so an: „Ach Uli, willst du hier jetzt auch eine Querfrontdebatte von Zaun brechen?

Gar nicht, ich weiß nicht mal was ne Querfront ist“, bemerke ich freundlich, höflich, aber zynisch, „erklär mal, Edgar“. Es war eine kurze Unterhaltung. Auf die einzige Frage ob beide Sachen, die hier beworben werden – Unterstützung Mindestlohn – und – Friedenswinter – zusammengehören eiert der Aktive nur rum „Nicht direkt“, vergisst aber nicht darauf hinzuweisen das die Forderung „Friedenswinter“ als auch „Mindestlohn und gegen Hartz4“ von der DFG-VK unterstützt werden.

Im Anschluss frag ich noch an einem Parteistand, ob die wissen was da verteilt wird. Ich vermute mal hoffnungsvoll nein und das die es nicht wie die Kasseler-GuGs handhaben, kauf dann noch bei denen die „Rote Fahne“ für 1 Fuffzich um Solidarität zu üben, um dann aber auf dem Weg zu lesen das Stalin, anders als es in einer über 30 seitigen Stellungnahme jener ML-Partei geschildert wird, doch nicht so Kackscheiße war. Ich sinniere dann noch über Autobahnen, merke aber das diese Sache dem anderen Vertragspartner des damaligen Paktes zu zu rechnen ist. Es war ja nicht alles schlecht.

„my level of sarcasm has got to the point where I don’t even know if I’m kidding or not“

Da gehste dann betrappst zum Treffen, fragst dich was da grad fürn Film gelaufen ist und eigentlich willste das Erlebte bei einem Glühwein mit Freund*innen verdauen und bekommst bei der Analyse des ganzen inkl. Abgleich im Netz mit, dass die Herzdame des Aktivisten, also die von Edgar, der den FriedenswinterMontagsmahnwachenAntiHartz4savaklQuerfont- AKtiongerechterFriedeninNahostinfostand betreibt um dort „Verwirrte“ aufzuklären, um sie „mitzunehmen“, am Aufruf für Friedenswinter mitgearbeitet hat. Ja, dass steht da so auf Seite 3 (zuletzt abgerufen am 3.12.14)[4]:

An der Erarbeitung des Aufrufs waren beteiligt: […] Meike B. (Mahnwache Göttingen)[…]“.

Die Meike B. wiederum die sich vergangenes Wochenende in Hannover neben Diether Dehm (Volksmusiker und MdB) und Heidrun Dittrich (SAV und AKL) zur Landesdelegierten zum kommenden Landesparteitag der PDL hat krönen lassen. Ja die PDL Niedersachsen wählt mal kurzfristig ihren Vorstand neu, noch weit vor Ende der Amtszeit. Erinnert irgendwie an das Wirr-Warr in Göttingen, ebenso vor Ende der Amtszeit weg geputscht. Der Deal um Nuancen anders als G-Town: Herbert Behrens zieht den Hut auf, dass niedersächsische Marionettentheater zeigt den zweiten Akt, die Strippen zieht weiterhin der Barde und die dann EX-Vorständlerin hat ja ihren Sessel in Brüssel behalten. Alles Bestens.

Es gibt keine Querfront. Niemals nie, never, nada!

Nein, es gibt keinerlei Anzeichen zur Bildung einer Querfront! Nicht in G-Town, nicht in Berlin, nicht in D-Land, nicht mit Volksmusikern, nicht mit chaotischen Prinzen, nicht mit glühenden Antisemiten, nicht mit Verschwörungstheoretikern, nicht mit der AKL, nicht mit Marx21, nicht mit der SAV, nicht mit der Teilen der PDL, nicht mit Teilen der Antiatombewegung, nicht mit ein paar Antifaschist*innen, nicht mit der AfD, nicht mit der Neuen-Rechten, nicht mit dem Compact-Chefredakteur, nicht mit Weltnetz.tv, nicht mit Internetz-Zeitung, nicht mit RT-Deutsch. Und mit dem ganzen haben auch keine Nachrichtendienste zu tun. Niemals nie, never, nada!

Hamas_uni_goettingen

Fotografie via BgA-Kassel (facebook) zeigt Werbeplakat der AGFiN (Aktion Gerechter Frieden in Nahost) einer „Hamas Veranstaltung“ an der Uni Göttingen.

Wer das Gegenteil denkt, darüber spricht[5], singt[6] oder schreibt[7], dem gehört wie einer „Schlange der Kopf abgeschlagen“, gehört „isoliert“, sowas sind „Hetzkampagnen“, die „abgemahnt gehören“ oder besser noch – „so jemand gehört für immer weg gesperrt“, „in den Knast“, „in die Klappsmühle bei all dem Zeug was der schluckt“. „Irre“, „Unpersonen“, „Schädlinge“, „arbeitsscheue Denunzianten“, „Rechte“, „Reaktionäre Arschlöcher“, „Antideutsche Shitstorm-SA“, die „Drecksfotzen“, die sind „Kettenhunde“, sind „Anti-Antifa“, spielen sich auf wie „Freisler“, gegen so Typen verhängt man „maximale Sanktionen“. Und so Leute sind „Drecksschleudern“, wie es der Sprecher der SAV Göttingen – Mastermind und Tefloneffekt-Beherrscher – Heino Berg – im Frühjahr 2014 auf seiner Lieblings-Weltnetz-Plattform facebook mal „parteiintern“ in die Tastatur trümmerte.

Dennoch: Wir machen weiter! [8]

End of Data. Heyoka!

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Zieht die Konsequenzen und grenzt euch von dem Schmock ab, auch an der Uni[9]. Es reicht!

Glücklicherweise gibt noch ein paar die vom fahrenden Zug in den nuklearen Friedenswinter „Wir sind das Volk“ abspringen und genügend die erst gar nicht aufgesprungen sind.

Zeigen die Distanzierungen zu „Friedenswinter“, wie unter anderem die des VVN-BdA[10] doch, dass es noch wachenden Geist gibt der den Lauf der Geschichte kennt, nicht vergisst und jetzt Tacheles spricht; Geist der die Geschichte als Mahnung und Lehre verstanden hat, die Bedeutung ins Heute und Jetzt zu übersetzen weiß und Eines tief in sich verankert hat, alles Notwendige zu tun:

Dass Auschwitz nie wieder sei!

Uli

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[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Heyoka
[2] https://hirtlitschka.files.wordpress.com/2014/12/gaza_demo_akl_pm.pdf
[3] http://www.publikative.org/2014/07/27/polizeischutz-fuer-israelfreunde/
[4] http://friedenswinter.de/wp-content/uploads/2014/11/Aufruf-Friedenswinter-2014_20152.pdf
[5] http://www.publikative.org/2014/10/10/keine-antisemiten-links-von-hitler/
[6] http://www.rollingstone.de/news/meldungen/article662420/abmahnung-an-antilopen-gang-wegen-uebler-nachrede-beate-zschaepe-hoert-u2.html
[7] http://www.potemkin-zeitschrift.de/2013/11/30/offener-brief-an-diether-dehm-wer-ist-juergen-gewisser-herr/
[8] http://ihrsprechtnichtfueruns.de/wir-machen-weiter/
[9] https://www.facebook.com/fsrsowi/photos/a.387863747923309.87891.213356735374012/874385109271168/?type=1
[10] http://www.neues-deutschland.de/artikel/954279.vvn-bda-gegen-kooperation-mit-mahnwachen.html

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