Adventskalender Tür #6: Wahre Nikolausgeschichte

Am 6. Dezember so geschehen: Ich zum Supermarkt bei mir um die Ecke – nein nicht Neulich bei Nettto – den haben sie uns plattgemacht. Eine andere bekannte Supermarkt Kette. Also ich seh vor dem Supermarkt ein alte Frau stehen, es ist unter null Grad wohlgemerkt, die Frau steht da und hält einen Becher in der Hand, die Frau ist sehr dünn und klein, zittert, hat nicht gerade das an was man Winterkleidung nennt, bittet offensichtlich um Geld – ohne jemanden anzusprechen. Ich mache mein Fahrrad am Ständer fest, ziehe meine Tasche von der Schulter wühle die Pfandflaschen aus dem Rucksack, weil ich weiß da ist unten noch lose ein 2 €-Stück drin und geb ihr das in den Becher. Sie bedankt sich durch ein „se“ (so hab ich es verstanden) und ich vermute eine Roma oder Sinti Frau. Im Anschluss gehe ich in den Supermarkt, schiebe mein Pfand in den Automaten und der druckt den Bon dazu aus – beginne den Einkauf, Bananen, Getränke, etwas Käse, ein Lachs aus dem Tiefkühlregal. Dabei bekomme ich ein Gespräch zwischen zwei Verkäuferin mit die sich nicht leise unterhalten. Die eine Verkäuferin, eine sehr kräftige Frau – spricht die andere Verkäuferin an – ebenfalls mit erheblicher Körperfülle – also beide zusammen von Gewicht her sieben- acht mal soviel wie die um Spenden bittende Frau vor dem Eingang und höre:
„Wir rufen jetzt mal die Polizei, die stört vorm Eingang“ sagt die Blonde zur Schwarzharrigen:
Ich höre noch öfter Polizei von der Blonden. Ich gehe auf sie zu und spreche sie an, ob ich gerade richtig verstanden hab und man der draussen stehenden Frau die Polizei auf den Hals hetzen will. Die Blonde: „Kunden könnten sich beschweren, darum die Polizei“ ich sage: „Dann sollen das Kunden machen, wenn sie es tun kauf ich hier nie wieder ein“ (Gehe da seit Jahren hin und man kennt mich). Die Verkäuferin so: „Sehen sie ein Telefon in meiner Hand?“ Ich sage „nein, aber wenn sie die Polizei rufen stelle ich mich draussen dazu beginne zu filmen, werde das dokumentieren und mich einmischen und wenn es sein muss bei meiner Kritik ihren Namen nennen.“ Ich sage „so geht man nicht mit Menschen um“, ich sage „die Frau hat Hunger, ihr ist kalt, dass sieht man“, ich sage „vermutlich ist sie Roma, wissen was es bedeuten kann wenn sie die Polizei rufen, welche weitreichenden Folgen das haben kann?“ Sie antwortet nicht, ich dreh dann voll auf, so laut das man es bis in die letzte Ecke des Supermaktes hören kann: „Wenn sie die bettelnde Frau draussen kriminalisieren ist hier der Teufel los – die Frau stört niemanden – ich werde mich über sie bei ihrer Verwaltung beschweren, ich werde hier nie wieder einkaufen – so geht man nicht mit Menschen um, es ist zudem Nikolaustag – das gehört sich nicht“ Mein Wutfaktor ist derweil bei 100 und ich merke ich muss raus. Ich lasse mein Einkaufwagen stehen, sag ihr das ich mein Wagen hier stehen lasse und sie ihn sich sonstwo hinschieben kann.
Gehe raus, Fahrrad aufschliessen und mit wehenden Fahnen weg, erstmal Luft – da die Kehle zu geschnürt ist. Ich fahre weg Richtung City, erledige dort meine Einkäufe, allerdings sehr unkonzentriert weil ich an nix anderes mehr denken kann, die Bananen vergesse ich. Also mache meinen Einkauf, schnell und bin wieder auf dem Weg Richtung Südstadt. Fahre an den Ort des Geschehens, die alte Frau steht noch vorm Supermarkt aber nicht mehr nahe des Eingangs und vermute man hat sie weggeschickt. Ich rein in den Supermarkt, die Pfandbons in der Hand, mein Einkaufswagen steht noch dort wo ich ihn hinterlassen habe, der Tiefkühllachs ist nicht mehr im Wagen, ich räume die restlichen Sachen aus meinem Einkaufswagen zurück in die Regale, stelle mich in die Schlange vor der Kasse mit den Pfandbons in der Hand. Die kräftige Blonde muss mich bedienen, halte ihr die Bons hin, sie schaut mich an stutzt, sagt „Nur das?“ ich sage „Ja nur das, ich habe ihnen doch gesagt das ich hier nicht mehr einkaufe wenn sie hier Menschen diskriminieren und versuchen zu krimininalisieren!“ sie sagt nix, die Kundschaft hinter mir wird aufmerksam, ich sage in gemäßigtem Ton aber so laut und deutlich das es ein paar Kunden hinter mir hören können: „Wenn sie der bettelenden Frau draussen die Polizei schicken, will ich jetzt den Namen ihres Marktleiters wissen, wie heißt der?“ Sie sagt, der ist krank. Ich sage das dies nicht meine Frage war und wiederhole laut, sie wollten der Frau draussen die nach nach meinem Empfinden niemand stört sondern nur lautlos um Geld bittet die Polizei schicken, ich will jetzt den Namen eines Verantwortlichen hier. Sie sagt: „Am Eingang hängt ein Bild von ihm“ – sie beantwortet die Frage nicht, ich wende mich zur Kundschaft entschuldige mich und sage das dauert hier ein Moment. Ich dreh voll auf und bestehe auf den Namenen des Marktleiters. Sie sagt ich soll hier mal nicht so laut werden. Ich beruhige mich und sage: „Ich habe ihnen eine Frage gestellt – wie ist der Name des Abteilungsleiters hier – ist das jetzt angekommen?“ Sie möchte wieder ausweichen, sagt dann aber doch den Namen, ich nehme mein geld von den Pfandbons und gehe. Drausen geb ich der Frau, das Pfandgeld und bin weg. Zu hause angekommen, mein Sohn der mich gerade mit seinem Besuch erfreut so, was ist denn mit dir los? Ich gleich zu ihm, du anst es nicht. Nummer vom Markt rausgesucht, ne 01805 Nummer. Ich rufe an – jemand geht ran, vermutlich irgendwo von ausserhalb ich sage seien sie jetzt sehr aufmerksam, schildere den Vorfall dabei wird meine Stimme zitrig, ich beginne zu weinen – die Holine, wenn sie mir ihre Kontaktdaten geben ruft sie jemand zurück – ich gebe meine Rufnummer und Adresse als auch Namen und bitte um umgehende Klärung. Lege auf, nehm mein Lütten in den Arm und erzähl erstmal was los war.
Ne halbe Stunde später ruft mich eine Göttinger Nummer an, der Marktleiter, er entschuldigt sich – das Gespräch lief ruhig und besonnen, er sagt so ziemlich das gleiche wie ich und das es menschlich vollkommen daneben war was die Verkäuferin gemacht hat, das dort im Markt jetzt Schichtwechsel ist, er aber am drauffolgenden Tag ein Mitarbeiter-Gespräch führt – man berät wie man damit umgeht. Ich sage ich möchte nicht das die Verkäuferin eine Abmahnung bekommt, dadurch würde sich nichts ändern ausser das noch mehr Ablehnung gegenüber Bettelnden mit Migrationshintergrund entsteht. Ich sage noch, aber wer denkt an die Frau draussen. Man beendet das Gespräch, freundlich.

Ich hoffe das geschieht dort nie wieder, sonst muss ich das nächste mal den Namen des Marktes nennen. Im Nachgang denke ich, aber eine fette Lebensmittelspende an die Tafel muss drin sein – alternativ eine Fuhre zu den Menschen im Rosenwinkel, mal sehen ob sich das realisieren lässt.

Uli – der sich wieder beruhigt hat, aber hier alltäglichen Rassismus vermutet – Rassismus der durch unrechtmäßige Abschiebungen noch befördert wird – Schünemann muss gehen!!!

#Am Sonntag 16. Dezember um 12 Uhr eine Pressekonferenz zu einer Petition gegen Innenminister Uwe Schünemann unter nichtmeinminister.de# Kontakt

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